JAZZ beim jourfixe:      „Sarah Vaughan – die schwarze Callas des Jazz“       von & mit   Marcus A. Woelfle

– Lesung zu Musikeinspielungen
– Dauer: ca. 1,5 Std. + Pause
Sarah Vaughan, von Freunden Sassy genannt, hatte einen Stimmumfang, der so manche Opernsängerin vor Neid erblassen lassen dürfte. Die Flexibilität ihrer ausdrucksstarken Stimme erlaubte ihr gewagte Tonsprünge und verschachtelte Linien. Ihre pianistische Ausbildung versah sie mit beachtlichem Harmoniegefühl, der ihrem Scatgesang erlaubte, zum vokalen Pendant der Solistik der großen Bebop-Improvisatoren zu werden. Daneben war sich das - laut Ella Fitzgerald - größte Gesangstalent der Welt nicht schade, auch erfolgreich Tagesschlager aufzunehmen.
"God is good" pflegte "Sassy" zu sagen, wenn sie gelobt wurde. Da weder Rauchen noch Erkältungen sich hörbar auf die Stimme niederschlugen, pflegte sie einen exzessiven Lebensstil. 1990 starb sie an Lungenkrebs.
Die ausgesuchten Klangjuwelen, mit denen Woelfle die Lesung ergänzt, dokumentieren auch die Wandlungen ihrer Stimme: Arbeitete sich die schwarze Callas bis in die sechziger Jahre in schwindelerregende Höhen vor, so drang die Junggebliebene in ihren letzten Lebensjahren in Tiefen, die von Kolleginnen noch kaum erforscht waren.

"Sarah Vaughan" ist eine der Lesungen Woelfles aus seiner Reihe biographischer Essays zu Gast beim   JAZZ–jourfixe
Weitere Essays von Marcus A. Woelfle


Journalist & Jazz–Geiger Marcus A. Woelfle
bei der Kulturplattform jourfixe-muenchen.de

(2009/Allotria-Keller im Münchner Künstlerhaus)
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